Dreamers. On. Air. – Best Of #1: Mut, Zweifel und große Träume
Shownotes
Was passiert, wenn Erfolg auf Selbstzweifel trifft? Wenn Träume laut ausgesprochen werden – obwohl man gelernt hat, sie lieber kleinzuhalten? In diesem ersten BEST OF von DREAMERS. ON. AIR. versammeln sich die ehrlichsten, lustigsten und mutigsten Momente aus Gesprächen mit Tommi Schmitt, Jakob Lundt, Sophie Passmann, Olli Schulz und Hazel Brugger. Es geht um Scheitern, Scham, Ehrgeiz, innere Stimmen – und den Mut, trotzdem weiterzugehen. Diese Folge ist eine Erinnerung daran, dass Träume nicht perfekt sein müssen sondern nur echt. Zurücklehnen, zuhören – und vielleicht den eigenen Traum wieder ein kleines Stück ernster nehmen.
Transkript anzeigen
00:00:03: Willkommen beim Podcast DREAMers On Air, präsentiert von Porsche.
00:00:07: Der Marke, deren Geschichte mit dem Traum vom perfekten Sportwagen begann.
00:00:12: Und die heute wie kaum eine andere für große Visionen steht.
00:00:16: Ich bin Steven Getian und mit meinen Gästen spreche ich über ihre verwirklichten Träume, Hürden auf dem Weg zum Erfolg und was sie motiviert.
00:00:25: Viel Spaß und inspirierende Momente.
00:00:30: Willkommen zu einer ganz besonderen Ausgabe von Dreamers on Air, dem Best of.
00:00:35: Heute kein klassisches Interview, sondern ein Blick auf die bewegendsten, ehrlichsten und mutigsten Momente aus all den Gesprächen, die mich und hoffentlich auch euch nicht mehr losgelassen haben.
00:00:48: Es geht um Zweifel und Aufbruch, um Scheitern und wieder aufstehen, um kleine Schritte und große Visionen.
00:00:55: Menschen, die nicht nur träumen, sondern handeln.
00:00:58: Von Tommy Schmidt über Jakob Lund bis hin zu Sophie Passmann, Olli Schulz und Hazel Brugger.
00:01:04: Sie alle zeigen, Träume werden dann Realität, wenn man sie lebt.
00:01:09: Auch wenn es weh tut, chaotisch wird oder keiner an einen glaubt.
00:01:13: Also zurücklehnen und mitträumen, hier ist der erste Teil des Best of Dreamers on Air.
00:01:21: Den Anfang macht jemand, der aus Detmold kommt und geblieben ist, was er immer war.
00:01:26: Einer mit Haltung, Humor und Herz.
00:01:29: Tommy Schmidt.
00:01:31: Er redet über Fernsehen, Erfolg und darüber, warum der wichtigste Reality-Check manchmal einfach an der Treppe steht.
00:01:41: Wie geht man denn mit Niederlagen um?
00:01:43: Oder wie gehst du mit, sag ich mal, du hast ja gesagt, du hast auch mal in das dunkle Auge geguckt.
00:01:47: Aber wie gehst du denn mit solchen Sachen um, wenn es mal nicht funktioniert?
00:01:51: Ich hab, das klingt jetzt auch wieder so fast vermessen, aber bislang habe ich noch keine sehr, sehr große berufliche Niederlage.
00:01:58: einstecken müssen.
00:01:59: Das kommt sicher, ganz klar.
00:02:00: Der Weg zurück ist irgendwann oder das Tal kommt.
00:02:03: Ich weiß gar nicht, wie ich dann reagiere, ehrlich gesagt.
00:02:05: Ich kann das alles komplett hypothetisch zu sagen, das macht mir nichts.
00:02:09: Weiter geht's.
00:02:10: Vielleicht bin ich auch niedergeschlagen.
00:02:12: Bislang wurde noch nichts, kein Vertrag von einer Seite beendet, könnte nichts abgesetzt.
00:02:20: Ich wurde als Autor nirgendwo rausgeworfen.
00:02:22: Also bislang lief das alles ganz gut.
00:02:27: Ich glaube, das war im... Süddeutsche oder Zeitmagazin, ich weiß nicht mehr genau, da war ein Interview mit Tom Schilling, dem Schauspieler, und der sagte sinngemäß sowas.
00:02:36: Sinngemäß wirklich.
00:02:39: Ich kann berufliche Niederlagen sehr gut einstecken, weil ich bin viel mehr als mein Job.
00:02:44: Und das fand ich irgendwie ein tollen Satz, weil wir definieren uns ja immer gerade in der Medienbranche.
00:02:52: sehr über unseren Job.
00:02:53: Das merkst du auch, wenn du mit Leuten aus der Medienbranche abhängst.
00:02:55: Man redet eigentlich nur über das Fernsehen oder über Medien und selten über Kindererziehung.
00:03:02: Ich brauche eine neue Regenrinne und wie pflanzt ihr denn euren Balkon und so.
00:03:05: Das ist sehr selten.
00:03:06: Das weißt du ja auch.
00:03:07: Da wird man viel über die Branche geredet.
00:03:09: Also man definiert sich sehr über den Job, weil es eben ein Job ist, der von Eitelkeiten durchzogen ist.
00:03:15: Ist ja auch logisch.
00:03:17: Und das fand ich einen tollen Satz von ihm, weil ich mir das irgendwie auch zu eigen machen möchte, um darauf vorbereitet zu sein, auch wenn irgendwas kommt, wo ich wirklich völlig versagt habe, beziehungsweise wo Leute irgendwas nicht sehen oder hören wollten, und das dann abgesetzt wird, dass ich dann denke, warte mal, aber du bist ja, nimm mal diese Jobmaske ab, darunter ist ja Tommy.
00:03:40: Wer ist das denn eigentlich?
00:03:41: Wieso soll der denn jetzt beleidigt und traurig sein, weil irgendwas in dieser beruflichen Maske nicht funktioniert hat?
00:03:48: Und das ist so, mal gucken, ob das ein Zaubertrank ist, der dann hilft.
00:03:54: Aber den Miracolix-Tom Schilling mir dazu zusammen gemixt hat, aber das versuche ich dann so... mir anzunehmen, mal gucken.
00:04:03: Also bislang, teuer, teuer lief alles, aber natürlich wird das irgendwann kommen.
00:04:07: und dann sitzen du, Steven und ich, wir sitzen dann beim Promi-Dinner und kochen uns die Lasagne vor.
00:04:13: Das ist doch klar, auf dem Rückweg.
00:04:16: In den Wohnungen von Freunden natürlich.
00:04:19: Ja, genau.
00:04:19: Wir fangen
00:04:20: klar an und fragen, können wir vielleicht bei dir im Haus, irgendwie deine Wohnung ist so schön, deine Küche ist so schön, können wir da vielleicht unsere Arabiata kaufen?
00:04:28: Und du hast
00:04:28: das richtige Besteck und die richtigen Pfannen.
00:04:32: Aber gibt es, weil du es gerade gesagt hast, was Tom Schinnen gesagt hat, gibt es denn einen anderen lehrreichen Moment oder vielleicht auch eine andere lehrreiche Aussage aus deinem näheren Umfeld, die du dir auch so ein bisschen zu eigen gemacht hast, um dich auf solche Sachen auch vorzubereiten und vielleicht auch dieses gesunde Selbstverständnis noch weiter nach außen zu tragen, das ist ja auch immer ganz toll, die eigenen Eltern oder die Freunde, das ist bei mir einfach... sozusagen meine Erdung, dass am Ende, wie du es gerade gesagt hast, bin ich für die immer Steven, egal in welchem Aggregat zustande und wo ich gerade herkomme, ob jetzt von den Oscars oder für irgendeine anderen Produktion, das ist den relativ egal.
00:05:10: Das erdet natürlich enorm.
00:05:12: Das ist natürlich bei mir in meiner Lebensphase ist ja so, ich komme dann ja nach Hause, nach so einer Sendung oder Doppelaufzeichnung.
00:05:18: Sonst war es, ich bin ja alleine in meiner Wohnung.
00:05:21: Das ist ja nochmal dann was anderes.
00:05:22: Das ist, glaube ich, Das ist wirklich was anderes.
00:05:28: Aber so ein Mantra, so ein Satz, den ich mir, den ich im Kopf habe.
00:05:35: Also ich denke oft drüber nach, und das soll jetzt nicht, ihr müsst euch jetzt keine Sorgen um mich machen.
00:05:41: Ich denke das nur manchmal eher, um darüber nachzudenken, wie schön eigentlich gerade alles läuft für mich.
00:05:48: Wenn ich jetzt tot umfallen würde, das meinte ich mit keine Sorgen machen, dann war eigentlich alles ziemlich gut.
00:05:55: bis hierhin.
00:05:55: Da müsste eigentlich keiner, außer wegen seiner eigenen Sterblichkeit, die man natürlich auf Beerdigung auch beweiht, groß rumheulen wegen mir auf der Beerdigung, weil eigentlich war alles ziemlich cool, also bis hierhin.
00:06:09: Und das ist natürlich ein schöner Gedanke, der mich oft sehr, sehr beruhigt und glücklich macht.
00:06:18: Aber ich finde es total toll, wie du auch darüber sprichst und vor allem, was du sagst.
00:06:22: Also man merkt ja, dass Trotz der ganzen Aufregung, vielleicht auch um deine Person und auch in dieser Branche, dass dir jemand bis der Serie reflektiert, auch mit Dingen umgeht.
00:06:32: Und das ist einfach eine Tugend- und Charakterzug, den musst du dir unbedingt erhalten, weil der total wichtig ist.
00:06:38: Ich hoffe,
00:06:38: dass das so bleibt und dass man nicht wie Harpe Kerkling, kein Padon, plötzlich von der Branche zu diesem... Ich darf das Wort hier sagen, glaube ich, zu diesem Arschloch gemacht wird.
00:06:50: Nein.
00:06:51: Das ist, glaube ich, auch eine... Aber du siehst
00:06:53: ja an Harpe Kerkeling selber, dass er das nicht verloren hat.
00:06:56: Ja.
00:06:56: Also, dass er in den Filmen nur das Spiel
00:06:58: bekommt, dass er einfach eine
00:07:00: großartige Person ist.
00:07:01: Was es
00:07:01: mir, glaube ich, geholfen hat, Erziehung in der Hinsicht.
00:07:03: Also, ich habe einen großen Bruder, der auch, wenn ich mich irgendwie schlecht benommen hätte, dann hätte es als aufs Maul gegeben.
00:07:10: Und das ist, glaube ich, nicht unwichtig.
00:07:13: So ein großer Bruder, großer Bruder ist nicht schlecht.
00:07:16: Oder auch, wenn ich in der Heimat bin in Detmold.
00:07:18: Und da ankomme und habe gerade irgendwie noch eine Sendung gehabt, wo Bastian Pasevka zu Gast war oder sonst was.
00:07:25: Und wenn ich dann nicht durch den Wäschekorb mit hochnehme, der unten an der Treppe steht, dann gibt es aber richtig Lack.
00:07:30: Weil das ist ganz klare Regel bei uns im Hause Schmidt, dass was an der Treppe unten steht, wird mit hochgenommen.
00:07:35: Und das den völlig egal, ob ich gerade das oder das moderiert habe oder von Steven Gehtchen durchs Joko und Klaas gegen ProSieben-Studio gescheucht wurde, das ist ja auch richtig so.
00:07:44: Da gibt es keinerlei Allüren, die können da gar nicht aufkommen, weil dann fliege ich sofort raus.
00:07:50: Und das ist, glaube ich ... auch wichtig, dass man nicht zu so einem Prinzen erzogen wird, der da so Schulter geklopft wird die ganze Zeit.
00:08:01: Also klar ist das ein toller Job, den wir machen und dem gucken sehr viele Leute zu, aber das soll jetzt nicht so... voller Moralklingen und und und Schiesiklingen, aber es gibt so viele wichtigere Berufe da draußen.
00:08:14: Wir haben halt eben das Glück, dass da viele Leute gerne zuschauen.
00:08:17: Let's it, das ist alles.
00:08:19: An sich ist diese Branche ja, das sind ja ganz viele sehr unsichere, eidle, nazistische Menschen, die wir alle sind.
00:08:25: Sonst würden wir diesen Job ja nicht machen, die meistens sehr schlecht in der Schule waren, irgendeinen Berufsweg abgebrochen haben, irgendeine Ausbildung abgebrochen haben, also auf dem auf der Wieter, auf die Wieter bezogen, keine Durchstarter.
00:08:36: Keine Leute, zu denen man aufschauen könnte.
00:08:39: Dementsprechend haben wir keinen Grund dazu, irgendwie abzuheben.
00:08:43: Wir sind eigentlich für Loser, denen gerne Leute zu gucken.
00:08:47: Schön, dass du willst.
00:08:51: Sehr schön zusammengefasst.
00:08:53: Und genau das ist vielleicht das Geheimnis von Tommy Schmidt.
00:08:56: Egal, wie groß die Bühne, zu Hause bleibt's normal.
00:09:01: Kommen wir als nächstes zu einem Mann, der gelernt hat, dass Fernsehen nicht immer Glamour heißt, sondern manchmal auch stille Leitungen, schwitzige Hände und niemand ruft an.
00:09:13: Jakob Lund.
00:09:14: Er erzählt, warum Scheitern dazugehört und wieso ausgerechnet die peinlichsten Momente später die besten Geschichten werden.
00:09:22: Gab es denn auch mal... eine Niederlage oder vielleicht so ein Bump in diesem Lebenslauf, wo du gesagt hast, boah, das ist ja, also es gibt ja immer Rückschläge, aber gab es das für dich schon mal in einer Situation und wie gehst du mit sowas um?
00:09:40: Ach natürlich, die gibt's zuhauf.
00:09:42: Ich weiß noch genau, dass als ich dann etwas länger beim Radio war, war mein großer Traum, dass sich da eine eigene Sendung moderieren.
00:09:50: wollte und da bin ich zu dem damaligen Chef voller Ilan und habe gesagt, so, es ist so weit, ich bin bereit, ich möchte es machen.
00:09:58: Und er hat ganz klar gesagt, nee, das wird nicht passieren.
00:10:02: Deine Probesendung fand ich nicht gut aus den und den Gründen und das wird einfach hier nicht passieren, ganz vergessen.
00:10:10: Oder war ich, wir haben Boden zerstören und das war klar, das passiert jetzt nicht.
00:10:15: Aber
00:10:15: wie gehst du dann damit um?
00:10:16: Also hast du hier einen zu dem du direkt gehst und mit dem du darüber sprichst?
00:10:20: Oder macht das mit dir selber aus?
00:10:22: So was sind dann?
00:10:23: natürlich Themen mit Freunden und man berät sich.
00:10:26: In der Zeit war es so, dass mich solche Niederlagen unfassbar wütend gemacht haben.
00:10:31: Das fand ich über mich interessant.
00:10:34: Und dann habe ich einen ganz großen Ehrgeiz entwickelt.
00:10:37: doch irgendwie hinzubekommen.
00:10:39: Und ich weiß, dass ich mich dann direkt beworben habe beim RBB Fernsehen und aus Mitleid haben mich da auch genommen und dann durfte ich da Sachen machen.
00:10:47: Und das war so ein bisschen der Weg drumherum.
00:10:50: Weil das dann irgendwie gut lief, durfte ich dann später auch eine Sendung bei Fritz moderieren.
00:10:55: Und so habe ich irgendwie dann ... versucht einen alternativen Weg zu gehen.
00:10:59: Aber vielleicht wäre ich jetzt auch gar nicht heute bei Florida, wenn ich damals diese Radiosendung direkt hätte moderieren können.
00:11:06: Also ich bin auch ein bisschen verfechtert, dieser Tee, dass immer alles für irgendwas gut ist.
00:11:12: Ja, und ich erinnere mich an
00:11:14: meine Erste.
00:11:15: Bin ich hundertprozentig bei dir?
00:11:16: Ja, ne?
00:11:17: Also, ich erinnere mich an meine erste Live-Sendung, als die dann irgendwann erbarmen hatten.
00:11:22: Und dann durfte ich so eine Call-In-Sendung moderieren.
00:11:24: Die lief immer zwanzig bis null Uhr.
00:11:27: Und parallel lief im Fernsehen, glaube ich, das Finale vom Dschungelcamp.
00:11:30: Und ich hatte das Thema, weil man konnte sich mal das Thema ausdenken, ich glaube, eure Urlaubserlebnisse oder so, ein Jugendsender und normalerweise ein tutsicheres Thema.
00:11:39: Und es hat halt kein Mensch angerufen, weil Dschungelcamp lief.
00:11:43: Aber ich habe mich mit einer Ivität nicht auf diesen Moment eingerichtet, dass in einer Live-Sendung keiner anruft.
00:11:48: Das heißt, ich habe da meine Anmoderation gesprochen, dann lief der erste Song und dann hat die Redakteur gesagt, das ruft niemand an.
00:11:54: Und ich weiß noch genau, der Song läuft langsam aus und mein Herz schlägt wirklich auf eine Million.
00:12:01: Mir wird heiß, ich fange an zu schwitzen.
00:12:04: Mein Kopf ist komplett leer und ich mache den Regler hoch, das Mikro leuchtet rot.
00:12:11: war so eine Stille und meinem Kopf war auf einmal nichts mehr, was man jetzt sagen kann.
00:12:15: Und ich habe da rumgesteuert, habe mich irgendwie noch mal in den nächsten Musiktitel gerettet und bin einfach da nur innerlich verbrannt und dachte, okay, jetzt ist der noch zwei Minuten, noch eins, dreißig.
00:12:25: Was sage ich jetzt?
00:12:25: Es ruft niemand an, weil ich habe mir einfach nur die Sendungsvorbereitung bestanden, daran, dass ich mir vorgestellt habe, ich erkläre das Thema und dann plaudere ich nett mit den Leuten.
00:12:32: War halt nicht so.
00:12:33: War eine Riesenkatastrophe.
00:12:34: War ganz beschissen diese Sendung.
00:12:36: Und ich hab mich geschämt und ich bin gescheitert.
00:12:39: Und alles, was ich mir selber eingeredet habe, was ich könnte, konnte ich nicht.
00:12:42: Und das sind ganz schmerzhafte Momente, wo ich jetzt bewusst natürlich auch nur berufliche Dinge auswähle des Scheiterns.
00:12:51: Aber ja, da merkt man, so doll ist man dann gar nicht.
00:12:55: Und muss sich irgendwie selber wieder aufbauen.
00:12:57: Und ich glaube auch, das sind alles wichtige Erlebnisse.
00:13:01: auf die man auf einem Weg machen muss.
00:13:04: Manchen geht man gut um, manchen auch schlecht, da bleibt ein richtiges Trauma.
00:13:11: Da muss man seinen Weg sich durchfinden und friemeln.
00:13:16: Jakob Lund weiß, Scheitern gehört zum Showgeschäft.
00:13:20: Und wenn beim Radio keiner anruft, ruft man halt beim Fernsehen an.
00:13:24: Hat bei ihm ja auch geklappt.
00:13:26: Und unsere nächste Gästin weiß genau, was sie will.
00:13:29: Hier spricht jemand, der schon mit fünfzehn beschlossen hat, Träume sind nur peinlich, wenn man sie für sich behält.
00:13:37: Sophie Passmann.
00:13:39: Mein größter Traum, das ist so doof, das eigentlich auszusprechen.
00:13:43: Das ist so ein bisschen undeutsch.
00:13:44: Mein größter Traum ist eine eigene Late-Night-Show.
00:13:46: Will ich seit ich fünfzehn bin?
00:13:48: Soll ich dir
00:13:48: was sagen?
00:13:49: Ich finde es total gut, dass du sagst.
00:13:50: Und das ist so interessant, dass du antwortest mit einer Verharmlosung oder Verniedlichung oder ... So ein Passus nach dem Motto ist eigentlich undeutsch, aber ich finde es total gut, Träume zu äußern.
00:14:04: Ja,
00:14:04: ich finde es eigentlich auch gut, vor allem weil ich glaube, dass man, also ich bin so ein bisschen eh so, ich glaube, dass wir kommen nicht drum herum, das zu thematisieren in dem Podcast mit so einem Thema.
00:14:14: Ich glaube eh nicht, dass man so Träume oder sehr große Ziele verwirklichen kann, wenn man sie nicht in irgendeiner Form verbalisiert.
00:14:21: Das muss man nicht unbedingt in dem Podcast machen, aber man muss sie klar haben und aussprechen.
00:14:25: Aber ich finde, gerade wenn man so in der Medienbranche über berufliche Ziele spricht, ist es in Deutschland, finde ich, eher so, dass man sagt, ach, ich guck mal, was so kommt und ich freue mich auf die Projekte.
00:14:34: und ich hab das Gefühl, in Hollywood, wo du öfter warst als ich, ist es irgendwie gelernte oder okayer zu sagen, mein Traum ist es, einmal ein Bondbösewicht zu sein.
00:14:44: Was nicht mein Traum ist, aber ich glaube, ich würde einen okayen Job machen.
00:14:47: Ich glaube, du wirst einen sehr guten Job machen.
00:14:49: Aber ganz kurz mal vielleicht zum Thema Late Night Show.
00:14:51: Warum?
00:14:51: Du hast es eben gerade angesprochen, schon mit fünfzehn Jahren war das dein Traum.
00:14:54: Warum Late Night?
00:14:55: Also was ist so spannend an diesem Konzept?
00:15:00: Bevor ich verstanden habe, was interessant an dem Konzept ist, habe ich es einfach gerne geguckt.
00:15:04: Und ich bin ein Tacken zu jung für Schmidt.
00:15:06: Ich habe das zwar noch gesehen, aber bekommen hat mich tatsächlich stuckradbarer.
00:15:10: Und ich fand das einfach toll.
00:15:11: Ich fand toll, dass es da um Politik geht.
00:15:13: Ich fand toll, dass er sich irgendwie lustig gemacht hat.
00:15:16: Ich war damals schon Fan von Stuckraals, so wie ich habe jeder junge Mensch, der halt geschrieben oder gelesen hat.
00:15:22: Ich habe mehr noch gelesen als geschrieben zu der Zeit.
00:15:25: Und dann habe ich erst angefangen, mich in das Konzept Late Night Show einzulesen und einzukucken.
00:15:30: Und bin dann natürlich auch schnell in die Staaten rüber und bin riesiger.
00:15:33: Ich bin der Deutschlands größter Fan von Conan O'Brien.
00:15:37: Ich glaube, ich finde daran toll, dass man sich entscheiden kann, wie man über Dinge spricht, über wichtige Dinge in der Welt.
00:15:45: Weil es wird oft sehr naheliegend und sehr einfallslos über gerade was politisch und ernsthaft ist gesprochen.
00:15:55: Also es ist total naheliegend über ernsthafte politische Sachen, die in der Welt passieren, ernsthaft und politisch zu reden.
00:16:01: Und das ist für Talkshows oder für... Die Tagesschau ist wichtig.
00:16:05: Es ist aber selten die interessanteste und lustigste Form.
00:16:07: Und ich finde, diese Transferleistung zu machen, sich zu überlegen, wer will ich überhaupt sein und was für eine Haltung will ich zur Welt haben, finde ich super.
00:16:15: Und Late-Night-House sind ja auch sehr unterschiedlich in der Host.
00:16:18: Also, Conan O'Brien ist ein Beispiel, hat nie politische Sachen gesagt, obwohl er wahrscheinlich der gebildete Late-Night-House ist, den die Staaten je hatte.
00:16:25: Also, es ist so richtig Harvard und alte Bildung, alte Schule und hat noch nie ein
00:16:30: Witz über Politik
00:16:31: gemacht.
00:16:33: Und könnte jede Woche sich hinsetzen und hätte sagen können, übrigens, also was ich diese Woche über den Erostkonflikt denke, ist Folgendes, mit ein bisschen Augenzwinkern, hat aber nicht gemacht.
00:16:42: Und das sagt immer so viel aus über die Menschen.
00:16:46: Und ich glaube, das alles finde ich faszinierend.
00:16:48: Und da dann finde ich jetzt auch nicht ganz unspannend, dass es auch ein Feld ist, was sehr unweiblich ist bisher und hätte ich Bock drauf.
00:16:56: Und ich hätte Bock, mir das anzugucken.
00:16:58: Jetzt kommt jemand, bei dem man sich nie sicher ist, ist das gerade Mut, Wahnsinn oder einfach Olli Schulz.
00:17:07: Ich wollte wissen, ob der Mann eigentlich keine Angst hat und ob dieses Furchtlose echt ist oder nur so wirkt.
00:17:14: Und Olli antwortet, wie immer, entwaffnend ehrlich.
00:17:19: Ich glaub, das kann ich.
00:17:19: Ich hab genau wie alle anderen eine Menge Scham in mir, eine Menge Unsicherheit.
00:17:24: Aber ich bin manchmal bereit, das zu überspringen.
00:17:27: Und dann zu sagen, jetzt machst du das einfach.
00:17:29: Ich meine, das war ja damals auch mal ganz ehrlich.
00:17:31: jetzt im Nachhinein nicht so einfach, sich so auf so einer Filmpremiere zu betrinken für Joko und Klaas und da so rüber zu laufen, sich und sich in diesem Zustand reinfallen zu lassen.
00:17:40: Weil jeder, der mal Alkohol getrunken hat, weiß, nur wenn man Alkohol trinkt, ist wer nicht gleich nur betrunken, sondern es gibt ja auch Menschen, also ich kenn das jedenfalls, ich hab immer so eine Vernunft in mir auch.
00:17:49: Also es ist immer dieses Zwiegespräch mit dir selber, was machst du da?
00:17:52: Das werden irgendwann Leute sehen, das hab ich ja auch wie alle anderen.
00:17:55: Aber ich kann das manchmal besser ausschalten, sag ich mal, diese Stimme im Kopf.
00:17:58: Und dann muss das sein.
00:18:01: Dann finde ich das auch gut, wenn man sich überwunden hat, eine unangenehme Sache zu machen am Leben.
00:18:06: War dieser Moment, als du dann auf der Bühne gestanden hast und auch deinen zwanzigminutigen Stand-up abgeliefert hast, derjenige, bei dem du gesagt hast, ey, das macht mir so ein Spaß, was ich hier machen darf, das ist das, was ich auch in Zukunft auf jeden Fall jetzt weitermachen möchte?
00:18:23: Ja, das war es.
00:18:25: Das war auf alle Fälle ... so einen Moment, wo ich gemerkt hab, ey, das ist richtig cool.
00:18:29: Und ich hab das immer schon gemacht, Leute zum Lachen zu bringen oder zu unterhalten.
00:18:33: Das war schon immer, hab ich mich berufen gefühlt, ein bisschen das zu tun.
00:18:37: Auch bei Partys oder früher, wenn in meiner WG eine Menge los war, hab ich irgendwie gedacht, oh, jetzt komm ich mal der Gitarre und unterhalte die einfach, ob die wollen oder nicht.
00:18:46: Und ich bin dann da rein und hab die alle zwei, drei Stunden bespaßt.
00:18:49: Einfach für mich auch selber und bin dann wieder gegangen.
00:18:51: Und dann gab's Leute, die sind öfter zu uns gekommen, damit ich die Gitarre auspacke und so zwanzig Minuten ... eine Stunde oder zwei Stunden Freestyler.
00:18:58: Dazu muss ich aber sagen, dass ich dann damals natürlich wie viele ... Ich glaube, du hattest das nicht so.
00:19:04: Du bist gleich ... Du bist da anders, aber ich habe, glaube ich, dann diese Selbstzweifel gehabt und gedacht, ach, Fernsehen verrät zu dich, machst du das?
00:19:10: Und sonst was.
00:19:11: Ich komme ja aus so einer Indie-Musik-Szene.
00:19:12: Weißt du, Steven, was ich damit sagen will?
00:19:14: Du bist ja ... Deswegen meine ich so, es gibt mir so Leute, die ein bisschen alles hinterfragen.
00:19:17: Ist das gut?
00:19:17: Und so einer war ich.
00:19:19: Und das hat deswegen so lange gedauert, bis ich die ersten Schritte wirklich im Fernsehen und auf der Bühne gemacht habe.
00:19:23: Das hat eigentlich viel zu lange gedauert.
00:19:25: Aber ich finde auf der anderen Seite, also ich hinterfrage auch vieles, was ich mache und ob ich es richtig mache und was ich hätte anders machen sollen.
00:19:31: Ich glaube, das ist ganz wichtig, oder?
00:19:34: Aber bereust
00:19:34: du, aber es gibt, bereust du irgendwas, wo du denkst, ah, das hätte ich jetzt lieber nicht gemacht.
00:19:40: Du weißt ja genau, was du willst, meine ich.
00:19:41: Ich wusste das nicht immer so ganz genau.
00:19:43: Na ja, ich hab auch schon Sachen gemacht, bei denen ich im Nachhinein sage, wenn die mir jetzt noch mal angebohnt werden würden, würde ich sie nicht machen.
00:19:50: Aber es ist nicht so, dass sie zurückguckt und sagt, oh Gott, warum, wieso, weshalb, ist mir peinlich.
00:19:55: Ich glaube, das darf man auch gar nicht machen.
00:19:57: Das darf man auch nicht machen.
00:20:00: Olli spricht davon, wie man manchmal seine innere Stimme ausschalten muss, um etwas einfach zu machen.
00:20:07: Hazel Brugger dagegen hat eine ganz andere Vision davon, wie man die Welt besser macht.
00:20:13: Mit weniger Drama, weniger Bomben und ein bisschen mehr Erleichterung.
00:20:19: Und damit sind wir wortwörtlich bei der nächsten Frage.
00:20:23: Was wäre, wenn du einen Wunsch frei hättest?
00:20:25: Was würdest du dir wünschen?
00:20:30: Boah, das ist echt eine gute Frage.
00:20:32: Das fragt man sich ja auch ab und zu.
00:20:34: Aber ich glaub so... Also... Es gibt doch dieses Gefühl, wenn du aufs Klo musst, du musst mega dringend aufs Klo pipi.
00:20:42: Und dann machst du pipi.
00:20:43: Ja.
00:20:44: Und das ist so gut.
00:20:45: Oder das ist so, dann muss ich sagen, oh
00:20:46: mein Gott.
00:20:47: Und dieses Gefühl hättest du gerne immer?
00:20:48: Nein,
00:20:49: ja ich auch.
00:20:50: Aber ich hätte gerne, dass man, dass ich oder vielleicht nicht ich, ich glaube, ich bin nicht gut im Verwalten.
00:20:57: Aber das ist allgemein so eine Möglichkeit gäbe, dass alle Menschen dieses Gefühl haben.
00:21:03: Gleichzeitig.
00:21:04: und sich einmal kurz locker machen.
00:21:06: Weil ich glaube, wenn alle Menschen auf der ganzen Welt das gleichzeitig haben für dreißig Sekunden, diese Essenz von diesem Gefühl, das ja nur ein bis zwei Sekunden dauert, dann wären sehr, sehr viele Probleme gelöst, weil dann alle mal ganz kurz klar denken können, alle sind einmal kurz auf demselben Film und denken sich dann so... Was machen wir hier überhaupt?
00:21:25: Wieso diskutieren wir hier?
00:21:26: Wieso streiten wir hier?
00:21:28: Wieso fliegen hier Bomben?
00:21:29: Was ist mit diesen Raketen los?
00:21:30: Wenn einfach alle gleichzeitig mal sich ganz kurz richtig gut fühlen, dann könnte man das so als Tabularasa nehmen und dann...
00:21:39: Ich finde die Assoziationsstellen, die du hast, mit dem Gefühl, wenn man Pipi gemacht hat.
00:21:44: Gut, das wäre dein Wunsch.
00:21:45: Was wäre, wenn eines deiner Kinder in deine Fußstapfen treten möchte?
00:21:49: Ja, also mir ist das ja hoch unangenehm, aber mein großes Kind möchte das, glaube ich.
00:21:54: Also wir waren gestern bei Frozen.
00:21:56: in Hamburg bei dem Musical.
00:21:58: Und sie möchte auf der Bühne stehen?
00:21:59: Danach hat die voll rumgehalten.
00:22:00: So, ich wollte auch noch auf die Bühne.
00:22:02: Wirklich?
00:22:03: Ja, und ich dachte mir, wie unangenehm ist das denn?
00:22:05: Stell dir vor, da ist dann Hazel Brugger und das Kind von ihr rennt auf die Bühne und fängt an, let it go zu singen.
00:22:11: Also ich finde so... Hat
00:22:12: sie denn das Potenzial?
00:22:14: Ja, jede Mutter, denke ich, denkt, dass ihr Kind das Beste ist und so.
00:22:18: Und bei vielen stimmt es nicht, aber bei mir schon.
00:22:23: Also, falls heute irgendetwas schiefläuft.
00:22:26: Einfach kurz an Hazel denken, tief durchatmen und so
00:22:29: tun,
00:22:30: als hätte man gerade Pipi gemacht.
00:22:33: Funktioniert vielleicht nicht gegen alle Probleme, aber definitiv gegen schlechte Laune.
00:22:38: Danke an alle, die ihre Geschichten geteilt haben und an euch
00:22:42: fürs
00:22:42: Zuhören.
00:22:43: Das war Dreamers on Air Best of, bleibt neugierig, bleibt mutig und träumt ruhig ein bisschen weiter.
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